Die heutige Gesellschaft in Deutschland ist geprägt von kolonialen Erinnerungen, Querverweisen und Andenken. Das Problem: Kaum jemand nimmt sie wahr. Eine Veranstaltungsreihe an der Humboldt-Uni befasst sich damit.

Jährlich machen sich tausende junge Deutsche auf den Weg in den Globalen Süden, um dort einen Freiwilligendienst zu leisten; viele mit Unterstützung des Programms „weltwärts“. Es soll ein Lerndienst sein, der den Kulturaustausch anregt und Vorurteile abbauen hilft. Dass dieser „Austausch“ höchst einseitig ist wird selten hinterfragt und erst seit kurzem gibt es vereinzelte Beispiele von Freiwilligen aus dem globalen Süden, die nach Deutschland kommen. In dem Workshop wird gemeinsam das Konzept von Diensten in Ländern des Globalen Südens kritisch unter die Lupe genommen und fortgeführte koloniale Praxen aufgedeckt. Dabei soll die zentrale Frage sein, ob solch in Freiwilligendienst zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann.

Beide Referentinnen haben einen weltwärts Freiwilligendienst geleistet und studieren derzeit in Berlin.

Verschoben auf: 08.02. | 18.00 Uhr | Institut für Sozialwissenschaften, Universitätsstraße 3b, Raum wird aufgrund hoher Nachfrage zur Zeit geändert. Aktuelle Info folgt hier!

Zur Gruppe:
Studikreis Postkoloniales Berlin wird von Studis größtenteils der Richtungen Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften mit Leben gefüllt. Uns eint das Interesse an postkolonialen Sichtweisen auf unseren Alltag. Die Mehrheit der in der Orga Aktiven positioniert sich als weiß. Das finden wir problematisch, da bei allen Themen weiße Sichtwesen eh schon dominieren. Ausdrücklich laden wir PoC (Person of Color) und Schwarze zu den Veranstaltungen ein.

Die Veranstaltungen auf einen Blick

Stadtrundgang | Retracing Freedom – Widerstand und koloniale Gegenwart in Berlins Mitte | 08.11.

Vortrag | Koloniale Raubkunst. Das Humboldtforum | 30.11.

interaktive Autorenlesung | „Die Kontinuität des Genozids“ | 25.01.

Workshop | Nach dem Abi etwas gutes tun. Perspektiven auf Freiwilligendienste im globalen Süden | 08.02.

Filmdiskussion | „Paradies: Liebe“ rassimuskritisch betrachtet | 13.02.