+++Aktuell: Kennenlerntreffen für die Fortführung der Reihe im kommenden Semester – Mittwoch, 01.02.17, 16 Uhr, Institut für Sozialwissenschaften, Raum 004+++

Die heutige Gesellschaft in Deutschland ist geprägt von kolonialen Erinnerungen, Querverweisen und Andenken. Das Problem: Kaum jemand nimmt sie wahr. Eine Veranstaltungsreihe an der Humboldt-Uni befasst sich damit

Rassimus und Kolonialismus
Deutschland kolonialisierte mächtig im Asien und Afrika des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Auswirkungen deutscher Hegemonie waren chaotisch, brutal und komplex. Sich des ideologischen Vehikels des Rassimus‘ bedienend, wurde die Herrschaft von weißen über Schwarze begründet und durchgesetzt. Diese Legitimation wirkte aber nicht nur in den kolonisierten Gebieten, sondern übertrug sich in das zynisch als „Mutterland“ konstruierte Kaiserreich.

„Metropole Berlin“
Berlin war und ist mittlerweile wieder das Zentrum staatlicher Politik in Deutschland. Von daher lassen sich in dieser Stadt allerhand Spuren der Kolonialgeschichte entdecken. Eine für Rassimus sensible Beobachtung stellt zudem fest: Was in damaliger Zeit die deutschen Kolonien fürs gebildetete Bürgertum in der „Metropole“schmackhaft machen sollte, hat in sehr kleinteiliger Form überlebt. Straßennamen, Gebäude und Gegenstände in Museen sollen als materielle Zeugen dienen, nicht-gegenständlich lässt sich an Sprache und Bild in Filmen rassistische Gegenwart mit deutschem Erbe finden.

Doch nicht nur „alte Dinger“, die man zur Not einfach wegschmeißen, abmontieren oder zurückgeben könnte, beschäftigen die Veranstaltungsreihe. Rassistische Strukturen und koloniale Denkweisen werden – wie bei der Planung des Humboldt-Forums sichtbar – einfach weitergeführt und weitergedacht.

Keine Sorge, was in diesem Einleitungstext nur angedeutet wird, findet bei folgenden Veranstaltungen ab November bis Februar kostenlos genügend Platz:

Stadtrundgang | Retracing Freedom – Widerstand und koloniale Gegenwart in Berlins Mitte | 08.11.

Vortrag | Koloniale Raubkunst. Das Humboldtforum | 30.11.

interaktive Autorenlesung | „Die Kontinuität des Genozids“ | 25.01.

Workshop | Nach dem Abi etwas gutes tun. Perspektiven auf Freiwilligendienste im globalen Süden | 08.02.

Filmdiskussion | „Paradies: Liebe“ rassimuskritisch betrachtet | 13.02.

Zur Gruppe:
Studikreis Postkoloniales Berlin wird von Studis größtenteils der Richtungen Soziale Arbeit und Sozialwissenschaften mit Leben gefüllt. Uns eint das Interesse an postkolonialen Sichtweisen auf unseren Alltag. Die Mehrheit der in der Orga Aktiven positioniert sich als weiß. Das finden wir problematisch, da bei allen Themen weiße Sichtwesen eh schon dominieren. Ausdrücklich laden wir PoC (Person of Color) und Schwarze zu den Veranstaltungen ein.